Nachruf auf Prof. Dr. Harald Spehl
(1940–2026)
Die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung trauert um Prof. Dr. Harald Spehl, ihren Gründungspräsidenten.
Als die Hochschule 2015 unter dem Namen Cusanus Hochschule ihre staatliche Anerkennung erhielt, stand Harald Spehl an ihrer Spitze. Ohne ihn würde es unsere Hochschule nicht geben, die er viel zu schnell bereits im selben Jahr aus gesundheitlichen Gründen wieder verlassen musste.
Er gehörte zu jenen, die den Mut hatten, eine „andere“ Hochschule auch gegen vielfältige Widerstände ins Leben zu rufen: einen Ort, an dem ökonomisches Wissen in seiner ganzen historisch gewachsenen Vielfalt vermittelt wird, an dem Wirtschaft konsequent vom Gemeinwohl aus gedacht wird, das sowohl Mensch als auch natürliche Mitwelt umfasst und an dem an dem ausreichend Platz für die sehr grundlegenden Fragen ist. Diese Gründungsidee prägt unser Selbstverständnis bis heute.
Harald Spehl brachte dafür ein reiches wissenschaftliches Lebenswerk ein. Über drei Jahrzehnte lehrte und forschte er als Professor für Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Stadt- und Regionalökonomie an der Universität Trier. Sein Denken galt der Regionalentwicklung, einer nachhaltigen Wirtschaft und neuen Formen der Zusammenarbeit in Wirtschaft und Gesellschaft — Themen, die er nicht als akademische Abstraktion verstand, sondern als Beitrag zu einem guten Zusammenleben. Dafür entwickelte er auch eine überaus praxisnahe Bildung, die ihren Ausgangspunkt in konkreten Lebensfragen nimmt.
Wer mit ihm zu tun hatte, erlebte einen Wissenschaftler, der intellektuelle Gründlichkeit mit Gestaltungswillen verband und der bereit war, im fortgeschrittenen Alter noch einmal etwas Neues aufzubauen. Seine Persönlichkeit hat viele Mitarbeitende und Studierende, unsere heutigen Alumni, nachhaltig berührt und inspiriert. Dafür gebührt ihm unser von Herzen kommender, bleibender Dank.
Wir werden sein Andenken in Ehren halten.
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