HfGG erprobt Solidarbeitrag
Die HfGG führt einen solidarischen Studienbeitrag ein: den „Was-gerade-geht-Beitrag“. Statt eines festen Betrags für alle richtet sich der Beitrag danach, was den Studierenden in ihrer jeweiligen Lebenslage möglich ist. Der neue Modus gilt für alle Neueinschreibungen im Wintersemester 2026/27 und ist Teil einer Testphase, die fortlaufend evaluiert wird. Paulina Stein und Ante Leutloff, Studierende im Präsidium, erklären zusammen mit Kanzler Heiko Miedlich im Interview, wie das Experiment in zukunftsfähiger Studienfinanzierung funktioniert und warum es diesen Schritt braucht.
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Eine freie Hochschule ohne feste Studienbeiträge – warum geht ihr diesen Weg?
Heiko: Weil Bildung nicht am Geld scheitern darf. Wer Bildungsräume für Menschen mit Gestaltungswillen bauen will, muss auch neue Wege der Finanzierung gehen. Wir glauben, dass es gesellschaftliche Transformation stärkt, wenn zukunftsorientierte Bildung breit getragen wird.
Pauli, was war dein erster Gedanke, als du davon erfahren hast?
Pauli: Dass es genau zur HfGG passt. Wir sind ein Reallabor transformativer Bildung und Wissenschaften. Hier wird nicht nur über gesellschaftlichen Wandel gesprochen – wir üben und gestalten ihn. Deshalb fühlt sich dieser Schritt für mich konsequent an.
Ante, du bist neben Pauli beratendes Mitglied im Präsidium. Warum unterstützt ihr Studierenden diesen Schritt?
Ante: Weil solidarische Studierendenbeiträge mehr als ein Finanzierungsmodell sind. Sie sind ein wichtiger Baustein einer Hochschule, die gemeinsam getragen wird. Studierende tragen diesen Ort nicht nur mit Beiträgen zur Finanzierung mit, sondern auch mit ihren Ideen, Engagement und Tatendrang, zum Beispiel in einer der Werkstätten. Ich glaube auch, dass wir unterwegs – auf der gemeinsamen Suche nach Lösungen – noch so viel mehr lernen können als in klassischen Lernformaten: über uns, über praktische Solidarität und über lebensdienliche Wirtschaftsformen.
Aber funktioniert das wirklich?
Pauli: Es funktioniert, wenn Menschen sich als Teil einer Gemeinschaft verstehen – und sich einbringen – und genau das erleben wir hier jeden Tag.
Was bedeutet „Was gerade geht“ eigentlich ganz konkret?
Heiko: Jeder trägt so viel bei, wie es die eigene Situation gerade zulässt. Damit steht nicht Kontrolle im Mittelpunkt, sondern Verantwortung für- und miteinander.
Es ist ein Test für den Studienstart im Wintersemester 2026. Und selbstverständlich gilt die Vereinbarung für das gesamte Studium.
Warum unterscheidet sich die HfGG damit von anderen Hochschulen?
Pauli: Bildung an der HfGG ist kein Produkt, sondern ein gemeinsamer Prozess der Werdung. Im Austausch von Wissen, Erfahrungen und Reflexion entstehen Persönlichkeiten mit Gestaltungswillen. Die solidarische Finanzierung trägt diese Idee weiter: Unterschiedliche Voraussetzungen werden nicht zur Hürde, sondern zur Stärke einer Gemeinschaft.
Was empfehlt ihr jemandem, der wegen der Finanzierung bisher gezögert hat?
Ante: Lass uns sprechen. Vielleicht ist das Hindernis, das du gesehen hast, gar keines mehr. Meld dich zum Beispiel bei unserer Studienberatung (; bzw. oder wenn du magst bei mir ().
Heiko, dein Schlusswort?
Heiko: Wenn dich die Idee anspricht, melde dich bei uns. Nicht, um sofort eine Entscheidung zu treffen – sondern um herauszufinden, ob die HfGG der richtige Ort für deinen nächsten Schritt ist.
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