Demokratie braucht Gestaltungskompetenz
HfGG wird Mitglied der ZIRP
Wie entstehen die Fähigkeiten, die Demokratie lebendig halten? Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung „Wissen. Kompetenzen. Demokratie-Bildung. Future Skills für eine starke Gesellschaft“, die am 20. Mai bei uns im Haus stattfand. Rund 80 Teilnehmende aus Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über die Zukunft demokratischer Bildung und gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit zu diskutieren.
Der Anlass war ein doppelter: Als Hochschule für Gesellschaftsgestaltung sind wir seit diesem Jahr offizielles Mitglied der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP e.V.) und durften das Netzwerktreffen der Initiative erstmals im eigenen Haus ausrichten.
Demokratische Gesellschaften stehen gegenwärtig unter Druck. Polarisierung, Zukunftsängste und gesellschaftliche Umbrüche stellen die Frage neu, welche Fähigkeiten Menschen brauchen, um Demokratie nicht nur zu verteidigen, sondern aktiv mitzugestalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen deshalb jene Kompetenzen, die demokratisches Zusammenleben ermöglichen: Dialog- und Ambiguitätskompetenz, kritisch-reflexives Denken, Partizipation und Selbstwirksamkeit. Dabei wurde deutlich: Demokratie entsteht nicht allein in Institutionen. Sie entsteht dort, wo Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten, Informationen einzuordnen und gemeinsam handlungsfähig zu werden.
In Vorträgen und Workshops diskutierten die Teilnehmenden unter anderem, wie Demokratiebildung gelingen kann, ohne belehrend zu sein, und welche Rolle Kommunikation, Streitkultur und Perspektivwechsel für eine demokratische Gesellschaft spielen. Ein Gedanke zog sich dabei durch viele Gespräche: Sich nicht zuerst zu fragen, wie andere überzeugt werden können, sondern neugierig darauf zu bleiben, was man selbst noch nicht sieht.
Die Diskussionen machten deutlich, dass Demokratiebildung keine isolierte Aufgabe von Politik oder Bildungseinrichtungen ist. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung – und eine Voraussetzung für eine zukunftsfähige Gesellschaft.
Für uns als HfGG knüpft die Veranstaltung unmittelbar an unser Selbstverständnis an: Wir verbinden Fragen aus der Welt mit wissenschaftlicher Reflexion und gemeinsamer Erprobung in der Praxis. Future Skills sind dabei kein Zusatz zur Bildung, sondern Teil der Frage, wie Menschen Gestaltungskraft entwickeln und gesellschaftliche Transformation mittragen können.
Die Mitgliedschaft in der ZIRP eröffnet hierfür neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Akteur:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft in Rheinland-Pfalz.
Unser Dank gilt Dr. Christiane Liesenfeld, Lara Baier, Judith Drewke und dem gesamten Team der ZIRP für die Organisation und die Einladung zur Zusammenarbeit – wir freuen uns, die gemeinsame Arbeit im Netzwerk künftig aktiv mitzugestalten.
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